Moderne Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor benötigen sauberes Motoröl zur Schmierung und Kühlung. Mit der Zeit verschmutzt das Öl jedoch durch den Abrieb mechanischer Metallteile, was die Funktionsfähigkeit des Motors beeinträchtigen kann. Wann ein Wechsel fällig ist, hängt von der Fahrleistung und dem Fahrzeugmodell ab – die Herstellerangaben variieren hier zwischen 15.000 und 70.000 Kilometern. Als Faustregel gilt: Spätestens alle 24 Monate sollte das Öl gewechselt werden. Wer den Ölwechsel selber machen möchte, spart sich die Kosten für eine teure Vertragswerkstatt und kann die Wartung mit der richtigen Vorbereitung problemlos zu Hause durchführen.
Das Wichtigste in Kürze
- Intervall: Ein Ölwechsel ist je nach Hersteller alle 15.000 bis 70.000 km oder spätestens alle 2 Jahre fällig.
- Methoden: Das klassische Ablassen des Öls ist deutlich gründlicher als das bloße Absaugen.
- Voraussetzung: Für ein sicheres Arbeiten wird eine Hebebühne oder eine Auffahrrampe dringend empfohlen.
- Kostenersparnis: Mit dem passenden Werkzeug lässt sich der Wechsel kostengünstig und zügig selbst erledigen.
Inhaltsverzeichnis
- Welche Methoden für den Ölwechsel gibt es?
- Was wird für den Ölwechsel benötigt?
- Schritt-für-Schritt-Anleitung: So gelingt der Ölwechsel
Welche Methoden für den Ölwechsel gibt es?
Wer den Ölwechsel selber machen oder in Auftrag geben möchte, kann zwischen verschiedenen Vorgehensweisen wählen. Die Methoden unterscheiden sich vor allem in ihrer Gründlichkeit und dem benötigten Equipment.
| Methode | Vorgehen | Vor- und Nachteile |
|---|---|---|
| Öl absaugen | Altöl wird über den Öleinfüllstutzen mit einer Sonde abgesaugt (oft an Tankstellen angeboten). | Schnell, aber ungründlich. Schmutz und Abrieb bleiben oft in der Ölwanne zurück und verunreinigen das neue Öl. |
| Öl ablassen | Die Ölablassschraube wird geöffnet, das Altöl fließt nach unten ab. | Deutlich gründlicher, da wesentlich mehr Verschmutzungen aus dem Motor gespült werden. |
| Professioneller DIY-Wechsel | Ablassen des Öls inklusive Filterwechsel auf einer Hebebühne. | Bestes Ergebnis. Erfordert grundlegendes technisches Verständnis und passendes Werkzeug, schont aber langfristig den Motor. |
Was wird für den Ölwechsel benötigt?
Für ein sicheres und ergonomisches Arbeiten sollte idealerweise eine Hebebühne vorhanden sein. Alternativ lassen sich auch Auffahrrampen nutzen, was jedoch das Arbeiten im Liegen erfordert. Wichtig: Das Fahrzeug darf keinesfalls nur mit einem einfachen Wagenheber angehoben werden. Das Auto steht dann schräg, wodurch das Altöl nicht vollständig abfließen kann, und es besteht ein hohes Sicherheitsrisiko.
Materialien
- Neues Motoröl (Menge und Spezifikation zwingend nach Herstellerangabe des Fahrzeugs)
- Ein neuer, passender Ölfilter
- Eine neue Ölablassschraube inklusive Dichtring
Werkzeuge
- Passender Schraubenschlüssel oder Steckschlüssel für die Ölablassschraube
- Ausreichend große Auffangschale für das Altöl
- Spezialwerkzeug zum Lösen und Austauschen des Ölfilters
- Diverse Werkzeuge zur Demontage der Unterbodenverkleidung oder Motorabdeckung

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So gelingt der Ölwechsel
Mit der richtigen Vorbereitung ist der Ölwechsel in der Regel in etwa einer Stunde erledigt. Gehen Sie dabei systematisch vor:
- Motor anwärmen: Den Motor im Leerlauf starten und etwa zwei Minuten laufen lassen, damit das Öl etwas wärmer und fließfähiger wird.
- Fahrzeug positionieren: Den Wagen auf die Hebebühne oder Auffahrrampe fahren (bei Nutzung einer Hebebühne das Fahrzeug noch nicht anheben).
- Vorbereitung im Motorraum: Motor ausschalten, Motorhaube öffnen und den Deckel des Öleinlassstutzens abnehmen.
- Abdeckungen entfernen: Prüfen, ob für den Wechsel des Ölfilters obere Abdeckungen demontiert werden müssen, und dies gegebenenfalls direkt erledigen.
- Fahrzeug anheben: Das Auto nun mit der Hebebühne auf eine angenehme Arbeitshöhe bringen.
- Altöl ablassen: Die Ölablassschraube an der Ölwanne vorsichtig öffnen und das Altöl in die Auffangschale fließen lassen. Vorsicht: Das Öl kann heiß sein!
- Ölfilter wechseln: Während das restliche Altöl abtropft, kann bereits der alte Ölfilter gegen den neuen ausgetauscht werden.
- Ablassschraube montieren: Die neue Ölablassschraube samt neuem Dichtring in die Ölwanne einschrauben. Handfest, aber nicht zu fest anziehen (Drehmomentvorgaben des Herstellers beachten).
- Neues Öl einfüllen: Das Fahrzeug ablassen und das frische Motoröl über den Einfüllstutzen einfüllen. Unbedingt an die exakte Litermenge des Herstellers halten. Anschließend den Deckel wieder fest verschließen.
- Kontrolllauf: Den Motor starten und prüfen, ob alle Warnleuchten (insbesondere die Öldruckleuchte) am Armaturenbrett erlöschen. Den Motor erneut für etwa zwei Minuten laufen lassen.
- Ölstand prüfen: Motor ausschalten, kurz warten und den Ölstand über den Ölmessstab kontrollieren. Bei Bedarf noch etwas Motoröl nachfüllen.
Den Ölwechsel selber zu machen, ist mit der richtigen Anleitung gut umsetzbar und spart im Vergleich zur Fachwerkstatt bares Geld. Im Shop von Wematik finden Sie neben professionellen Hebebühnen auch das passende Werkzeug und Zubehör, um diese und viele weitere Wartungsarbeiten an Ihrem Fahrzeug zukünftig sicher und komfortabel selbst zu erledigen.
