Der professionelle Winterdienst verzeiht keine Ausfälle und erfordert Maschinen, die unter extremen Bedingungen zuverlässig arbeiten. Damit Sie bei Schnee und Eis effizient räumen können, müssen Radlader und Schneeschild technisch perfekt aufeinander abgestimmt sein. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, worauf es bei der Wahl von Arbeitsbreite, Hydraulikleistung und Aufnahmesystem in der Praxis wirklich ankommt, um Schäden an der Maschine zu vermeiden und ein sauberes Räumbild zu erzielen.
Das Wichtigste in Kürze
- Schildbreite beachten: Das Schneeschild muss bei maximalem Schwenkwinkel (meist 30 Grad) die Gesamtbreite des Radladers überragen, damit die Räder nicht im ungeräumten Schnee laufen.
- Schwimmstellung ist Pflicht: Eine integrierte Schwimmstellung der Ladeschwinge verhindert Schäden am Untergrund und am Schild, da sich das Anbaugerät den Bodenunebenheiten anpasst.
- Hydraulik-Setup prüfen: Für ein hydraulisch schwenkbares Schild wird ein doppeltwirkender Steuerkreis an der Front benötigt. Die Hydraulikölleistung (z. B. 19 bis 48 l/min) bestimmt die Schwenkgeschwindigkeit.
- Euro-Aufnahme nutzen: Ein standardisiertes Aufnahmesystem wie die Euro-Aufnahme ermöglicht den sicheren und werkzeuglosen Wechsel zwischen Schaufel, Palettengabel und Schneeschild in Sekunden.
Inhaltsverzeichnis
- Die richtige Breite und das Gewicht des Schneeschilds
- Hydraulik und Steuerung im Winterdienst
- Aufnahmesysteme: Warum die Euro-Aufnahme dominiert
- Trägerfahrzeuge im Vergleich: Wematik Radlader für den Winterdienst
- Häufige Fragen (FAQ)
Die richtige Breite und das Gewicht des Schneeschilds
Fahrzeugbreite als Maßstab
Die wichtigste Regel beim Kauf eines Schneeschilds lautet: Die Räumbreite im schräggestellten Zustand muss größer sein als die Spur- bzw. Gesamtbreite des Trägerfahrzeugs. Wird das Schild hydraulisch oder mechanisch angewinkelt, verringert sich die effektive Räumbreite um etwa 10 bis 15 Prozent. Setzen Sie beispielsweise den kompakten Wematik Radlader 807 Plus mit einer Gesamtbreite von 1140 mm ein, sollte das Schild gerade stehend mindestens 1400 mm breit sein. Bei größeren Maschinen wie dem Wematik Radlader 809, der eine Breite von 1710 mm aufweist, ist ein Schild von mindestens 2000 mm bis 2200 mm Breite erforderlich, um ein Festfahren im Schnee zu verhindern.
Hubkraft und Maschinengewicht für optimale Traktion
Das Gewicht des Schneeschilds stellt für moderne Hoflader in der Regel kein Problem dar. Der Wematik 809 bietet eine maximale Hubkraft von 800 kg, der kompaktere 807 Plus hebt 700 kg – beide Werte sind für gängige Schneeschilder mehr als ausreichend. Entscheidender für den Winterdienst ist das Betriebsgewicht der Maschine selbst, da dieses die Traktion maßgeblich bestimmt. Ein schwerer Radlader (wie der 809 mit 2700 kg Gesamtgewicht) bringt die nötige Schubkraft auf den Boden, um auch nassen, schweren Schnee problemlos zu schieben. Bei leichteren Maschinen (wie dem 807 Plus mit 1500 kg) empfiehlt sich bei starkem Schneefall der Einsatz von Schneeketten auf der Acker- oder Industriebereifung.
Hydraulik und Steuerung im Winterdienst
Hydraulikanschlüsse und Ölleistung
Um ein Schneeschild komfortabel von der Kabine aus schwenken zu können, benötigt der Radlader einen zusätzlichen, doppeltwirkenden Hydraulikkreis an der Front. Die Wematik Radlader sind hierfür ab Werk bestens gerüstet. Der Radlader 809 liefert einen maximalen Hydraulikdruck von 180 bar bei einer starken Hydraulikölleistung von 48 l/min über zwei Anschlüsse. Der Radlader 807 Plus bietet sogar 5 Hydraulikanschlüsse (inklusive drucklosem Rücklauf) bei 19 l/min. Diese Werte garantieren, dass die Zylinder des Schneeschilds zügig und kraftvoll reagieren. Die Steuerung erfolgt bei Profi-Geräten wie dem 807 Plus über einen elektrischen Joystick, was ein ermüdungsfreies Arbeiten ermöglicht.
Die Bedeutung der Schwimmstellung
Ein unverzichtbares Feature für den Winterdienst ist die Schwimmstellung der Ladeschwinge. Ist diese aktiviert, wird der hydraulische Druck von den Hubzylindern genommen. Das Schneeschild gleitet durch sein Eigengewicht über den Boden und passt sich den Konturen der Straße oder des Hofes an. Sowohl der Wematik 809 als auch der 807 Plus verfügen serienmäßig über diese Funktion. Ohne Schwimmstellung würde das Schild starr geführt, was zu einem unsauberen Räumbild, hohem Verschleiß an der Schürfleiste (Gummi oder Polyurethan) und potenziellen Schäden am Pflaster führt.
Aufnahmesysteme: Warum die Euro-Aufnahme dominiert
In der Landwirtschaft, im GaLaBau und bei Kommunen hat sich die Euro-Aufnahme als Standard etabliert. Der große Vorteil liegt in der markenübergreifenden Kompatibilität. Wenn Sie ein Schneeschild mit Euro-Aufnahme erwerben, können Sie dieses problemlos an verschiedenen Trägerfahrzeugen nutzen. Wematik stattet seine Radlader mit einem hydraulischen Schnellwechselsystem und Euro-Aufnahme aus. Das bedeutet für Sie in der Praxis: Sie fahren an das Schneeschild heran, verriegeln es hydraulisch per Knopfdruck aus der Kabine, schließen die Hydraulikschläuche an und sind innerhalb von Sekunden einsatzbereit. Aufwendiges Hantieren mit Bolzen bei eisigen Temperaturen entfällt komplett.
Trägerfahrzeuge im Vergleich: Wematik Radlader für den Winterdienst
Die Wahl des richtigen Radladers hängt von der Größe der zu räumenden Fläche und den Platzverhältnissen ab. Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten Parameter der beiden Wematik-Modelle für den Winterdiensteinsatz gegenüber.
| Technische Kriterien | Wematik Radlader 809 | Wematik Radlader 807 Plus |
|---|---|---|
| Motorleistung & Antrieb | 25 PS (Yunnei), Drehmomentwandler | 25 PS (Perkins), Hydrostat |
| Gesamtgewicht (Traktion) | 2700 kg | 1500 kg |
| Gesamtbreite (Schild-Referenz) | 1710 mm | 1140 mm |
| Hydraulikölleistung max. | 48 l/min (bei 180 bar) | 19 l/min (bei 180 bar) |
| Aufnahmesystem | Euro-Aufnahme (hydr. Schnellwechsler) | Euro-Aufnahme (hydr. Schnellwechsler) |
| Fahrerstand | Vollkabine mit Heizung (ideal für Winter) | Regenschutzdach (kompakt für enge Höfe) |
| Einsatzempfehlung Winterdienst | Große Parkplätze, Straßen, schwere Schneelasten | Gehwege, enge Hofeinfahrten, beengte Verhältnisse |
Häufige Fragen (FAQ)
Welche Hydraulikleistung brauche ich für ein hydraulisch schwenkbares Schneeschild?
Für das reine Schwenken eines Schneeschilds reicht bereits eine geringe Hydraulikölleistung von etwa 15 bis 20 l/min aus, da die Zylinder nur ein kleines Volumen benötigen. Wichtiger ist das Vorhandensein eines doppeltwirkenden Steuerkreises an der Front, wie ihn Wematik Radlader serienmäßig bieten.
Wie breit sollte das Schneeschild im Verhältnis zum Radlader sein?
Das Schneeschild sollte so breit gewählt werden, dass es im maximal angewinkelten Zustand (meist 30 Grad) links und rechts noch mindestens 5 bis 10 Zentimeter über die Außenkante der Reifen hinausragt. Nur so verhindern Sie, dass die Maschine den Schnee festfährt, bevor das Schild ihn räumen kann.
Warum ist die Schwimmstellung beim Schneeräumen wichtig?
Die Schwimmstellung schaltet die Hubzylinder drucklos, sodass das Schneeschild durch sein Eigengewicht auf dem Boden aufliegt und den Bodenwellen frei folgen kann. Dies schützt den Untergrund vor Kratzern, reduziert den Verschleiß der Schürfleiste drastisch und sorgt für ein sauberes, gleichmäßiges Räumergebnis.
Welches Material ist für die Schürfleiste am besten geeignet?
Für empfindliche Untergründe wie Pflastersteine oder Asphalt auf Privatgeländen sind Schürfleisten aus Polyurethan (PU) oder Hartgummi die beste Wahl, da sie kratzfrei arbeiten und geräuscharm sind. Stahlschürfleisten eignen sich hingegen für vereiste Flächen und rauen Untergrund, wo eine aggressive Räumwirkung gefordert ist.
