Zum Inhalt springen
Persönliche Beratung:  05921 819 337-0 Qualität seit 35 Jahren – Maschinen & Werkzeuge

Feldränder mulchen: So gelingt der Spagat zwischen Landwirtschaft und Naturschutz

Mood: Feldränder mulchen und der Natur helfen - Wematik Magazin

Feldraine und Feldränder bilden wichtige ökologische Grenzbereiche zwischen bewirtschaftetem Ackerland, Gewässern, Wäldern und Verkehrswegen. Während sie früher als Grünfutterquelle für landwirtschaftliche Kleinstbetriebe dienten, werden sie heute oft nicht mehr direkt genutzt. Dennoch ist eine regelmäßige Pflege unerlässlich: Unbearbeitete Feldränder fördern die Ausbreitung von Unkräutern, Pflanzenkrankheiten und Schädlingen auf die Nutzflächen. Gleichzeitig sind diese Randstreifen wertvolle Biotope für eine Vielzahl von Pflanzen, Insekten und Bodenbrütern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gesetzliche Fristen: Zum Schutz von Bodenbrütern ist das Abmähen von Feldrändern meist erst ab dem 15. Juli erlaubt.
  • Ökologie vs. Praxis: Balkenmäher schonen die Tierwelt, während Schlegelmulcher auch holziges Gestrüpp effizient beseitigen.
  • Flexible Technik: Auslegemulcher mit hydraulischer Neigungsverstellung erleichtern die präzise und sichere Pflege von Randstreifen und Gräben.
  • Schonende Pflege: Eine Mähhöhe von mindestens 10 cm einhalten und idealerweise nur einmal jährlich kleinflächig bearbeiten.

Inhaltsverzeichnis

Gesetzliche Vorgaben: Der Schutz der Feldraine

Seit dem 1. Januar 2015 verbietet eine Verordnung im Rahmen der Agrarzahlungen die Beseitigung von Landschaftselementen, zu denen auch Feldränder zählen. Die 16 deutschen Bundesländer haben daraufhin weitgehend übereinstimmende Regeln erlassen, die die Bearbeitung in recht enge Grenzen fassen. Das früher übliche Abbrennen ist strikt untersagt.

Um dem Naturschutz gerecht zu werden, ist das Abmähen in der Regel erst ab dem 15. Juli eines Jahres gestattet. Dies gibt Bodenbrütern ausreichend Zeit, ihren Nachwuchs aufzuziehen. Für eine schonende Bearbeitung gelten folgende Empfehlungen:

  • Einsatz von Balken-, Kreisel- oder Schlegelmähern (aus ökologischer Sicht wird der Balkenmäher bevorzugt).
  • Wird ein Schlegelmäher genutzt, sollte dieser möglichst ohne Stützwalze betrieben werden.
  • Die Mähhöhe sollte 10 cm nicht unterschreiten.
  • Möglichst nur einmal jährlich mähen beziehungsweise mulchen.
  • Auf eine Bearbeitung verzichten, wenn keine zwingende Notwendigkeit besteht.
  • Nur kleinflächig bearbeiten und nicht den gesamten Feldrand auf einmal mähen, um Flucht- und Rückzugsräume zu erhalten.

Die richtige Technik: Mähen oder Mulchen?

Der wesentliche Unterschied zwischen dem Mähen und dem Mulchen von Feldrändern liegt in der Verarbeitung des Schnittguts. Balken- und Kreiselmäher schneiden den Bewuchs lediglich ab. Mulchgeräte zerkleinern das Material zusätzlich, was Vor- und Nachteile mit sich bringt.

Einsatz von Schlegelmulchern

In der Praxis wird überwiegend ein Schlegelmulcher oder Böschungsmäher verwendet. Aus Sicht des Naturschutzes ist das Mulchen umstritten: Das Zerkleinern tötet mehr Kleinstlebewesen, und der verbleibende Mulch beschleunigt die Nährstoffanreicherung im Boden. Dies kann Pflanzen verdrängen, die auf Magerböden angewiesen sind.

Der große praktische Vorteil beim Feldränder mulchen mit dem Schlegelmäher liegt jedoch in der Robustheit. Auch kleine Gehölze und Buschwerk werden problemlos zerkleinert. Balken- und Kreiselmäher scheitern oft an stärkeren Ästen, was zu zeitraubenden Unterbrechungen führt, um eingeklemmte Zweige aus dem Mähwerk zu entfernen.

Speziallösung: Böschungsmäher und Auslegemulcher

Für schwer zugängliche Bereiche, Gräben und abfallende Feldränder haben sich Böschungsmäher als effiziente Lösung bewährt. Ein Auslegemulcher wie das Modell Bendigo 220 wird als Heckmulcher an der Dreipunkt-Aufhängung (Kat. 2) des Traktors montiert. Mit einer Arbeitsbreite von 2190 mm und einem Leistungsbedarf ab 50 PS bietet er eine hohe Flächenleistung.

Dank hydraulischer Seitenverschiebung um 1150 mm und einem flexiblen Neigungswinkel von -65° bis +90° lassen sich Randstreifen, Böschungen und sogar Hecken präzise bearbeiten. Ausgestattet mit 18 schweren Hammerschlegeln (je 1,1 kg) und einer Nachlaufwalze hinterlässt das Gerät ein sauberes Schnittbild. Zusätzliche Ausstattungsmerkmale wie eine höhenverstellbare Reinigungsklappe erleichtern den Auswurf von langem Gras, während starke Pendellamellen an der Front für die nötige Sicherheit vor Steinschlag sorgen.

Vergleich: Schlegelmäher vs. Balkenmäher

Kriterium Schlegelmulcher Balkenmäher
Schnittgut Wird stark zerkleinert (Mulch) Wird im Ganzen abgeschnitten
Gehölztauglichkeit Sehr hoch (bewältigt auch Äste und Buschwerk) Gering (blockiert schnell bei starkem Geäst)
Ökologische Auswirkung Fördert Nährstoffanreicherung, höhere Insektenverluste Schonend für Kleinstlebewesen und Magerpflanzen
Wartungsaufwand im Einsatz Gering (arbeitet störungsfrei durch) Höher (häufiges Entfernen von Blockaden nötig)

Wirtschaftlichkeit und Ökologie im Einklang

Zwischen theoretischem Naturschutz und landwirtschaftlicher Praxis muss oft ein Kompromiss gefunden werden. Werden Feldränder über längere Zeit nicht gepflegt, siedeln sich schnell Hölzer an – die Vorboten einer unkontrollierten Bewaldung. Dieses Buschwerk verursacht bei herkömmlichen Mähwerken teure Maschinenschäden und kostet den Landwirt wertvolle Arbeitszeit.

Obwohl der Balkenmäher ökologisch sinnvoller wäre, ist das Feldränder mulchen mit dem Schlegelmäher bei vernünftigem Einsatz eine vertretbare Lösung. Moderne Auslegemulcher ermöglichen durch ihre präzise Hydrauliksteuerung eine sehr gezielte Bearbeitung. Landwirte konzentrieren sich in der Regel ohnehin auf die Bereiche, in denen eine Pflege zwingend notwendig ist – beispielsweise an Einfahrtsbereichen zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit oder an stark verbuschten Gräben. So lassen sich Wirtschaftlichkeit und der Erhalt von Biotopen in der Kulturlandschaft erfolgreich vereinen.

Wenn Sie spezielle Fragen zur Pflege von Feldrainen, zum Vorgang des Mulchens oder zu unseren Geräten haben, steht Ihnen das Team von Wematik jederzeit gerne zur Verfügung!

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag