Anhänger mit Hebebühne – Vorteile & Sicherheit!

thumbnail

Leitern, selbst Steh- oder Bockleitern, sind für ihre Nutzer so eine Sache. Der eine turnt darauf x-mal am Tag hinauf und hinunter, der andere steigt leicht zitternd Stufe für Stufe in die Höhe und ist danach heilfroh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Dafür ist die Leiter ein sehr mobiles Werkzeug, jedoch bezüglich der möglichen Höhe begrenzt.

Gerüste sind dagegen eine wesentlich stabilere Angelegenheit, aber nicht unbedingt sehr mobil. Natürlich sind auch sie transportabel, jedoch dauert der Aufbau so lange, dass etwa ihr stundenweiser Einsatz nicht lohnend ist.

Zwischen Leiter und Gerüst findet sich als Werkzeug die Hebebühne für den Personentransport. Diese wird in drei Bauarten unterschieden:

  • Die selbstfahrende Hebe- oder Arbeitsbühne
  • Die auf einem Lkw fest montierte Hebebühne
  • Die Arbeitsbühne als Anhänger an Pkw oder Lkw

Der Anhänger mit Hebebühne ist bezogen auf die Flexibilität fraglos die beste Lösung, vor allem wenn das Gesamtgewicht der Anhänger Hebebühne 3,5 Tonnen nicht überschreitet. Denn dann kann sie mit jedem Pkw gezogen werden, der über eine Anhängerkupplung verfügt und dessen Fahrer im Besitz der Führerscheinklasse B ist. Sicher lassen sich mit einer Lkw-Arbeitsbühne größere Höhen erreichen, doch auch eine Anhänger Hebebühne kann je nach Modell Höhen von über 20 m erreichen. Damit lassen sich selbst an einem Zweifamilienhaus bequem Reparaturen oder Installationen auf dem Dach durchführen.

In Bezug auf die Sicherheit bestehen in Deutschland Standards für Arbeitsbühnen, ohne deren Einhaltung kein Gerät eine Zulassung erhält. Das Fahrgestell selbst muss natürlich zuerst einmal der Straßenverkehrsordnung entsprechen. Das bedeutet eine ordnungsgemäße Bereifung und eine funktionierende Beleuchtungsanlage inklusive Verbindung zum Zugfahrzeug für die Bremsleuchten- und Blinkerfunktion. Zu guter Letzt besitzt das Fahrzeug sowohl eine Feststellbremse als auch eine Auflaufbremse.

Die eigentliche Hebebühne stellt sich meist als eine Kombination von Ausleger und Teleskoparm dar. Dabei ist das letzte Teil des Auslegers, das mit dem Korb verbunden ist, zugleich ein Teleskoparm. Die maximale Tragfähigkeit des Korbs einer Anhänger Hebebühne liegt im Durchschnitt bei 200 kg. Diese maximale Tragfähigkeit verringert sich jedoch, je stärker der Arm des Gerätes diagonal oder horizontal ausgefahren wird. Ebenso verringert sich dabei die maximale Arbeitshöhe oder der maximale Radius. Das begründet sich mit der Abweichung von der optimalen Auflast. Eine an jeder Arbeitsbühne angebrachte Tabelle zeigt an, wie sich die Tragfähigkeit verändert, wenn von der optimalen vertikalen Ausfahrposition abgewichen wird. Damit nun nicht jedes Mal umständlich gerechnet werden muss, wie viel Last der Korb bei welcher Position und Arbeitshöhe aufnehmen kann oder darf, besitzen moderne Arbeitsbühnen auf Anhängern Sensoren für die Höhe, das Gewicht und den Neigungswinkel. Ein Mikrocontroller errechnet aus deren übermittelten Werten, ob eine Überlastung ansteht und gibt im Bedarfsfall einen Warnton ab und zeigt es durch ein rotes, manchmal auch blinkendes Licht an. Gleichzeitig ist ein weiteres Bewegen des Korbs nach oben oder zur Seite nicht mehr möglich.

Die Notabsenkung, oben geblieben ist noch keiner

Eine Anhänger Arbeitsbühne wird während des Arbeitseinsatzes üblicherweise elektrisch betrieben. Das können sowohl eingebaute Akkus sein, die den Strom liefern, in den meisten Fällen ist jedoch ein 220-V oder ein 400-V-Anschluss notwendig. Wenn aus irgendeinem Grund der Strom ausfällt und sich der Korb der Arbeitsbühne auf vielleicht 15 m Höhe befindet, muss sich die darin befindliche Person keine Sorgen machen, dass sie nun die nächsten Stunden dort oben verbringen muss. Jede Anhänger Arbeitsbühne verfügt über einen Notablass und eine Zweitsteuerung. Die eigentliche Steuerung befindet sich im Korb, die zweite Steuerung am Chassis, damit die Arbeitsbühne auch noch bedient werden kann, wenn etwa eine Störung die Bedienung im Korb verhindert. Ein bisschen trickreich wird es gerade bei einem Stromausfall, denn oft befindet sich der Schalter für die Notabsenkung am Chassis und nicht im Korb. Eigentlich besteht die Notabsenkung nur aus einem Ventilschalter, der das Öl in der Hydraulik des Auslegers langsam zurückfließen lässt und so den Korb auch ohne Strom absenkt. Das bedeutet, das eine zweite Person benötigt wird. Die Berufsgenossenschaften oder Unfallversicherer am Arbeitsplatz empfehlen so oder so, dass Arbeitsbühnen jeglicher Bauart nur zu zweit bedient werden sollten, einer oder eine im Korb, eine zweite Person am Boden.  Ein letzter Punkt den Korb betreffend ist der Zustieg oder Einstieg. Der Korb verfügt nicht über eine herkömmliche Tür, die aufschwenkt. Vielmehr ist der Korb in Höhe des Handlaufs rundum geschlossen. Da wo eigentlich die Tür ist, befindet sich ein beweglicher Mittelsteg, der nach oben bis unter den Handlauf geschoben werden kann, um so in gebückter Haltung in den Korb einsteigen zu können. Sportliche Mitarbeiter klettern meist über das Geländer des Korbs. Genau hier ist auch die größte Gefahrenquelle bei einer Anhänger Hebebühne zu sehen. Falscher beruflicher Ehrgeiz treibt mitunter Personen an, auf das Geländer zu steigen, um doch noch einen Punkt zu erreichen, der außerhalb der maximalen Reichweite der Hebebühne liegt. In so gut wie allen Arbeitsunfällen mit Anhänger Arbeitsbühnen war es menschliches Versagen beziehungsweise Leichtsinn, der zum Unfall führte.

Wie stabil ist eine Anhänger Hebebühne?

Moderne Anhänger Hebebühnen verfügen an allen vier Ecken über je einen ausfahrbaren oder schwenkbaren Stempelarm. Die vier Stempelarme werden vor Arbeitsbeginn abgesenkt, um so das Gerät zu stabilisieren. Je nach Modell werden die Stempel manuell mithilfe einer Wasserwaage so hoch oder heruntergefahren, dass der gesamte Anhänger genau waagrecht steht. Es gibt auch Modelle mit eingebauter elektronischer Wasserwaage, die sich selbst ausrichten. Je nach Untergrund besteht eventuell die Notwendig, die Auflagefläche der Stempel mittels zusätzlicher Unterbauungen, wie etwa Brettern oder Balken, zu vergrößern. Die Länge der Stempelarme und damit die Basis der Anhänger Hebebühne ist auf die maximale Ausfahrbarkeit des Korbs und dessen maximale Zuladung abgestimmt. Bei sachgerechter Bedienung ist es folglich nie möglich, eine Arbeitsbühne zum Umkippen zu bringen.

Gemäß BGI 720 müssen Bediener und Nutzer von Arbeitsbühnen im sicheren Umgang durch eine entsprechende Fachkraft unterwiesen werden.

Wir von Wematik wünschen viel Spaß

Wematik.de