Nachhaltige Landwirtschaft – was steht dahinter?

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Wir als Landmaschinen Hersteller von Wematik haben ein sehr großes Interesse daran, unsere Maschinen immer effizienter und nachhaltiger auf dem Markt zu bringen. Das Ziel ist dahinter ist klar – wir wollen eine nachhaltige Landwirtschaft nicht in der Zukunft, sondern jetzt. Und wer regelmäßig die größten Landtechnikmessen der Welt besucht, kennt die Aufregung und den Enthusiasmus, der solche Veranstaltungen durchdringt.

Während neue Traktormodelle zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt werden, stehen unglaublich glänzende Anbaugeräte im Mittelpunkt des Interesses, und die vorgestellten neuen Funktionen werden als “cutting edge” oder “state of the art” bezeichnet. Die Besucher werden auf Schritt und Tritt umworben und beeindruckt, um sie von den neuesten Produktivitäts- oder Effizienzsteigerungen zu überzeugen, die ein bestimmtes Modell verspricht.

Doch die Landmaschinen von morgen müssen mehr können, als im Scheinwerferlicht der Messe gut auszusehen. Die Welt macht sich Sorgen um ihre zukünftige Ernährungssicherheit;

Produktivität und Effizienz sind wichtig, aber nicht um jeden Preis. Landwirtschaftsbetriebe müssen rentabel sein, aber auch nachhaltiger werden. Wir haben eine wachsende Weltbevölkerung, und viele kämpfen immer noch gegen Armut und Hunger. Der Klimawandel ist in vollem Gange, wobei die Landwirtschaft für ein Fünftel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich gemacht wird. Grund genug jetzt eine nachhaltige Landwirtschaft umzusetzen.

Die Landwirtschaft steckt in einer Krise, so scheint es. Können also Maschinen – in ihrer Konstruktion und ihrem Einsatz – der Branche helfen, sich an die ökologisch nachhaltigere Zukunft anzupassen, die sie braucht? Geringere Kohlenstoffemissionen, bessere Stickstoff- und Wassernutzungseffizienz, präzise Pflanzenschutzmittel, Nahrungsmittelproduktion und Artenvielfalt nebeneinander? Und kann die Landwirtschaft auch die Maschinen selbst effizienter nutzen?

Wie geht es weiter mit der nachhaltigen Landwirtschaft?

Spulen wir ein paar Jahre vor, zu einer Landwirtschaftsmesse der Zukunft, und wir könnten erwarten, dass sich vier Haupttrends im Maschinensektor abzeichnen. Experten sind der Ansicht, dass Landmaschinen “intelligent, schlank, präzise und effizient ” sein müssen, wenn sie die Auswirkungen auf Boden, Wasser, Landschaft und Artenvielfalt minimieren sollen. Hinter den glänzenden Oberflächen werden wir etwas von echter Substanz haben: Nachhaltigkeit.

Eine der landwirtschaftlichen Tätigkeiten mit den größten Auswirkungen auf die Umwelt ist die Bewirtschaftung des Bodens. Während die Landwirte die Bodenbearbeitung ursprünglich als wertvollen Problemlöser betrachteten – Unkrautbekämpfung, Einarbeitung von organischem Material, Saatbettvorbereitung – wissen wir heute, dass wiederholte Bodenbearbeitung eigene Probleme mit sich bringt, darunter die Schädigung des Mikrobioms, strukturelle Störungen und sogar der Verlust von Boden durch Oberflächenabfluss und Erosion.

Minimale Bodenbearbeitung

Die Verringerung oder Abschaffung der Bodenbearbeitung ist für viele Landwirte zu einer Priorität geworden. Die Maschinenhersteller reagieren darauf mit einer neuen Generation von Geräten, die nicht auf Inversion angewiesen sind. Minimale Bodenbearbeitung und Direktsaat sind heute in landwirtschaftlichen Betrieben auf der ganzen Welt gang und gäbe.

Diese Praktiken haben Auswirkungen, die zu den allgemeinen Zielen der Nachhaltigkeit und der Verringerung der Umweltbelastung beitragen. Wenn zum Beispiel das Pflügen aufgegeben wird, brauchen die Landwirte keine leistungsstarken Traktoren mehr, da kleinere, schlankere Modelle die leichteren Maschinen bedienen können.

Dies wiederum beschleunigt die Entwicklung neuer Antriebstechnologien, seien es effizientere Modelle mit Verbrennungsmotoren. Die Senkung des durchschnittlichen Leistungsbedarfs eines Traktors senkt auch einige der Hindernisse für die Entwicklung von Elektroantrieben: Die derzeitigen Gleichungen von Leistung und Betriebsdauer erfordern so große und schwere Batterien, dass die Aussicht darauf nicht mehr realisierbar ist.

Die Umstellung auf minimale Bodenbearbeitung im Pflanzenbau kann auch dazu beitragen, die Abhängigkeit der Landwirte von Pflanzenschutzmitteln zu verringern. Die chemische Bekämpfung von Unkräutern, Krankheiten und Schädlingen ist zwar unerlässlich, um hohe Erträge und eine hohe Produktivität pro Hektar zu erzielen, kann aber dennoch negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Die laufende Debatte zwischen Wissenschaftlern, politischen Entscheidungsträgern, Landwirten und Verbrauchern über mögliche Zusammenhänge zwischen dem Einsatz von Neonicotinoiden und dem Rückgang der Bienenpopulationen ist ein sichtbares Beispiel.

Die EU hat angekündigt, den Einsatz von Pestiziden bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren, obwohl Druck ausgeübt wird, dieses Ziel auf 80 Prozent zu erhöhen. Dank wissenschaftlicher Fortschritte konnte der Einsatz von Pestiziden seit den 1960er Jahren bereits um 97 Prozent gesenkt werden – dank verbesserter Chemie. Aber hier können ‘intelligente’ Maschinen eine entscheidende Rolle spielen.

Das Präzisionsspritzen, bei dem die Produkte nur auf die gewünschten Unkräuter oder kranken Pflanzen ausgebracht werden, kann den Einsatz von Pestiziden beträchtlich reduzieren, ohne die Effizienz, die Lebensmittelsicherheit oder die Sicherheit zu beeinträchtigen.

Wir von Wematik freuen uns auf eine nachhaltige Landwirtschaft mit euch

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