
{"id":418,"date":"2021-10-28T15:26:53","date_gmt":"2021-10-28T13:26:53","guid":{"rendered":"https:\/\/wematik.de\/magazin\/?p=418"},"modified":"2021-10-28T15:28:46","modified_gmt":"2021-10-28T13:28:46","slug":"was-bringt-die-zukunft-in-der-landwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wematik.de\/magazin\/was-bringt-die-zukunft-in-der-landwirtschaft\/","title":{"rendered":"Was bringt die Zukunft in der Landwirtschaft?"},"content":{"rendered":"\n<p>Rund 275.000 landwirtschaftliche Betriebe mit etwa einer\nMillion Arbeitnehmern erzeugen in Deutschland Lebensmittel der\nunterschiedlichsten Art. Gut die H\u00e4lfte der Fl\u00e4che der Bundesrepublik wird\nlandwirtschaftlich genutzt. Damit ist Deutschland innerhalb der EU der\nviertgr\u00f6\u00dfte Agrar-Erzeuger, gleichzeitig jedoch nach Frankreich der zweitgr\u00f6\u00dfte\nExporteur von Agrar-Erzeugnissen. <\/p>\n\n\n\n<p>Hinter all diesen imposanten Zahlen stehen Unternehmen\nunterschiedlichster Gr\u00f6\u00dfe, wobei Gr\u00f6\u00dfe heute nicht mehr nur in Hektar gemessen\nwird. Angesichts der Problematiken aus dem Klimawandel sowie stetig steigenden\nPreisen f\u00fcr Ackerfl\u00e4chen wird sich in Zukunft Landwirtschaft in eine neue\nRichtung orientieren m\u00fcssen. Der oder die moderne Landwirtin wird hohe Ertr\u00e4ge\nauf kleineren Fl\u00e4chen erzeugen m\u00fcssen und gleichzeitig den Anforderungen\nbez\u00fcglich gesteigertem Qualit\u00e4ts- und Umweltbewusstsein der Verbraucher gerecht\nwerden. Dem steht jedoch unter anderem der fortschreitende Klimawandel entgegen\nund leider eine nach wie vor ungerechte EU-Subventionierung, die sich fast\nausschlie\u00dflich an der fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfigen Gr\u00f6\u00dfe oder Besatzzahl des Agrar-Betriebes\norientiert. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zukunft\nLandwirtschaft bedeutet technisierte Landwirtschaft<\/h2>\n\n\n\n<p>Sicher tr\u00e4umen nicht wenige Verbraucher, vor allem in den\nGro\u00dfst\u00e4dten, vom idyllischen Leben auf dem Lande. Dort wo die B\u00e4uerin am Morgen\nmit dem Melkschemel in den Stall geht, um die Kuh mit der Hand zu melken oder\nder Bauer den Dung der Tiere mit der Schubkarre auf den Misthaufen f\u00e4hrt.\nDerweil begr\u00fc\u00dft der Hahn mit seinem Kr\u00e4hen den neuen Tag. Ein Bild, das\ndurchaus einer Realit\u00e4t entspricht, der Realit\u00e4t des Jahres 1950. Vor 70 Jahren\nerzeugte ein Bauernhof soviel Lebensmittel, dass davon 10 Menschen satt wurden.\nHeute werden auf der gleichen Fl\u00e4che Lebensmittel f\u00fcr 134 Menschen erzeugt.\nAllein mit gutem Willen und viel Tatkraft geht das nicht. Es ist vielmehr ein\nZusammenspiel von verbesserter Zucht und landwirtschaftlicher Maschinerie, die\ndas erm\u00f6glicht. Viele betriebliche Vorg\u00e4nge sind in der Landwirtschaft\nautomatisiert oder wesentlich effizienter gestaltet als fr\u00fcher. Futterautomaten\nsind genauso Teil der Infrastruktur einer Landwirtschaft wie Aussaatmaschinen,\ndie das Korn pr\u00e4zise im richtigen Abstand in den Boden einbringen, um aus dem\nAcker den h\u00f6chstm\u00f6glichen Ertrag zu erzielen. Leistungsstarke Traktoren und\nRadlader bestimmen das Bild auf dem Hof wie auf den Feldern und der Landwirt\nist l\u00e4ngst auch zum Chemiker avanciert, der etwa den pH-Wert des Bodens\nermittelt und mit entsprechender D\u00fcngung die Krume optimiert. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wohin geht\ndie Landwirtschaft der Zukunft?<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Besuch eines Supermarktes muss bei einem Landwirt\neigentlich zwiesp\u00e4ltige Gef\u00fchle erzeugen.&nbsp;\nDort finden sich unz\u00e4hlige Produkte, die mittels Zusatzstoffen und\nHilfsmitteln (es gibt rund 500 in der EU zugelassene Zusatz- und Hilfsmittel)\nvon der Lebensmittelindustrie hergestellt werden. Vom urspr\u00fcnglichen\nLebensmittel, das eigentlich die Basis sein sollte, ist oft fast nichts mehr\nvorhanden, au\u00dfer der Werbung auf dem Etikett. In den letzten Jahren setzte vermehrt\nein Trend hin zu Bio-Produkten, die bestimmten Normen und Standards unterliegen\n\u201esollten\u201c, etwa die pestizidfreie Erzeugung. Die Anf\u00fchrungszeichen bei\n\u201esollten\u201c signalisieren, dass sich die Lebensmittelindustrie der Sache\nangenommen hat und angebliche Bio-Produkte in solchen Mengen auf den Markt\nwirft, das selbst das ber\u00fchmte Milchm\u00e4dchen erkennt, das so viel Bio gar nicht\nerzeugt werden kann, wie es angeboten wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem ist Bio die Zukunft, es sei denn, der oder die\nVerbraucherin findet sich damit ab, in Zukunft Lebensmittel zu konsumieren, die\nausschlie\u00dflich in der Retorte erzeugt werden. Deutsche Landwirte haben in Bezug\nauf die Produktion von Bio-Produkten eigentlich gute Karten, denn Mitteleuropa\nist von der Klimakrise weniger stark betroffen als etwa die Mittelmeerl\u00e4nder.\nAllerdings schrumpft die landwirtschaftliche Fl\u00e4che in der Bundesrepublik\nj\u00e4hrlich um rund 550 Quadratkilometer, das entspricht etwa der Fl\u00e4che von K\u00f6ln\nund D\u00fcsseldorf zusammen und tats\u00e4chlich werden aus den \u00c4ckern meist Verkehrswege\noder Geb\u00e4ude. Gleichzeitig wollen immer weniger Menschen Lebensmittel\nverzehren, deren Liste der Zusatzstoffe oft l\u00e4nger ist als der Beipackzettel\nvon Medikamenten. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die\nLandwirtschaft der Zukunft: <\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Hochwertige und umweltgerechte Produkte in geringeren\nMengen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Masse und Klasse schlie\u00dfen sich in der Regel aus. Es ist\nkein Geheimnis, dass in der Landwirtschaft und der Tierzucht l\u00e4ngst ein Punkt\nerreicht ist, der der Masse den Vorrang gibt. Zum Leidwesen der Tiere und zum\nLeidwesen der Agrarfl\u00e4chen. Kommt es hier nicht zu einer Umkehr, steuert\nDeutschland auf eine Dystopie zu, mit toten Fl\u00e4chen, in denen nichts mehr lebt.\nEin Beispiel ist das dramatische Insektensterben und welches Kind kennt heute\ndenn noch eine richtige Blumenwiese? Selbst die Menschen, die in l\u00e4ndlichen\nRegionen leben, sind meist von einf\u00f6rmigen, riesigen Monokultur-Fl\u00e4chen\numgeben, weil f\u00fcr Landwirte heute die Devise gilt: Wachstum oder Sterben. Dabei\nsinken die Gewinnmargen f\u00fcr die erzeugten Produkte kontinuierlich, immer unter dem\nVorwand, der Verbraucher will es halt immer billiger. <\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt zwei Wege, in der Zukunft Landwirtschaft zu\nbetreiben. Zum einen wird das Feld sprichw\u00f6rtlich den gro\u00dfen Agrar-Unternehmen\n\u00fcberlassen, die auf tausenden von Hektar Monokulturen anbauen und zum Betrieb\nriesige Maschinen ben\u00f6tigen, die wiederum nur auf eingeebneten Fl\u00e4chen fahren\nk\u00f6nnen. Ohne Platz f\u00fcr Hecken, Randwiesen oder Feldraine, die Kleintieren und\nInsekten Habitate bieten und den Wind davon abhalten, den Mutterboden der\nFelder abzutragen. Genauso werden in der Tierzucht Turbok\u00fche, Turboschweine und\nTurboh\u00fchner eingesetzt, die ihr kurzes Leben in qualvoll engen St\u00e4llen und\nK\u00e4figen zubringen, vollgestopft mit Antibiotika. <\/p>\n\n\n\n<p>Die andere Art der Landwirtschaft ist der Betrieb kleinerer\nAnbaufl\u00e4chen mit Feldrainen und Hecken sowie in gesunder Wechselfruchtfolge,\ndie den Boden nicht auslaugt und die Notwendigkeit der D\u00fcngung verringert.\nK\u00fche, Schweine und H\u00fchner in Freilandhaltung. Genauer gesagt eine\nLandwirtschaft, in der Bio das Normale ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Sicher werden diese Produkte teurer sein, aber auch gerechter und fairer f\u00fcr den Landwirt oder die Landwirtin, genauso wie f\u00fcr den Verbraucher. Dabei kann der Landwirt auf ausgereifte Maschinentechnik zur\u00fcckgreifen, denn die gibt es auch f\u00fcr landwirtschaftliche Betriebe, die nicht auf Monokulturen, gro\u00dffl\u00e4chigen Chemieeinsatz und antibiotisch unterst\u00fctzte Turbozucht setzen. Im Gegenteil, der \u00f6kologische Landbau ben\u00f6tigt mehr Maschinentechnik, jedoch eher kleinteilig.\u00a0 Von dem Eingang erw\u00e4hnten 275.000 landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland haben inzwischen rund 35.000 auf \u00f6kologische Landwirtschaft umgestellt und t\u00e4glich werden es 8 bis 10 mehr, das macht Hoffnung, dass die Blumenwiese mit Insektengebrumme und Vogelgesang bald wieder zum Alltag geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\">Wir von <a href=\"https:\/\/wematik.de\/\">Wematik<\/a> w\u00fcnschen viel Erfolg f\u00fcr die Zukunft<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rund 275.000 landwirtschaftliche Betriebe mit etwa einer Million Arbeitnehmern erzeugen in Deutschland Lebensmittel der unterschiedlichsten Art. Gut die H\u00e4lfte der Fl\u00e4che der Bundesrepublik wird landwirtschaftlich genutzt. 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